Die Geschichte des Gaming PC

Im Zusammenhang mit Gaming PCs ist auch die Geschichte des Gaming PC überaus interessant. Ihr Studium ermöglicht ein besseres Verständnis der Entwicklung der einzelnen Komponenten des Gaming PCs und hilft dabei, zukünftige Trends im PC Gaming besser erkennen zu können.

Das Cathode Ray Tube Amusement Device

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Die Ursprünge des Gaming PCs und damit die Geschichte des Gaming PC gehen zurück auf die Forschungsaktivitäten von Thomas T. Goldsmith Jr und Estle Ray Mann.PC Game Fifa 2017 Im Jahr 1947 erfanden diese zwei Wissenschaftler nach heutigen Erkenntnissen einen der ersten richtigen Gaming PCs: Das „Cathode Ray Tube Amusement Device“. Im Vergleich zu den heutigen Gaming PCs ist dieser Gaming PC jedoch riesig und hat große Ähnlichkeiten mit den Radargeräten, welche im zweiten Weltkrieg verwendet wurden. Er besteht aus einem Röhrenmonitor und einem Oszilloskop (elektronisches Messgerät) und wird ausschließlich mittels Analogtechnik bedient. Im Endeffekt setzte sich dieser Gaming PC am Markt nicht durch, da er viel zu groß und unhandlich war.

Ein Klassiker – Der PDP 1

Mit der Entwicklung des PDP (Programmed Data Processor) 1 nimmt die Geschichte des Gaming PC ihren Lauf. Der PDP 1 wurde 1961 von der Firma Digital Equipment Corporation (heute Hewlett Packard) entwickelt und gilt als der erste Minicomputer. Der Begriff Minicomputer darf hier jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der PDP 1 im Verhältnis zu heutigen Gaming PCs riesig ist. Zu seiner Zeit war der PDP 1 jedoch der modernste Computer am Markt und war wesentlich kleiner als seine Konkurrenzmodelle. Diese hatten alle mindestens die Größe eines Kleiderschranks. Schon krass, wenn man sich im Vergleich dazu einen Gaming PC der neuesten Generation ansieht.

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PC Game LandwirtschaftssimulatorDer PDP 1 ist in Assemblersprache programmiert und verfügt über 18 bit. Bekannt wurde der PDP 1 insbesondere durch eines der ersten richtigen PC Games – Spacewar.
Spacewar wurde von Steve Russell entwickelt und entstand im Rahmen eines Forschungsprojektes am MIT. Das Spiel ist sehr simpel gehalten und verfügt über eine „steinzeitlich“ anmutende Grafik. Im Spiel umkreisen zwei Raumschiffe, die jeweils von einem Spieler gesteuert werden, einen Stern und Ziel des Spiels ist es das gegnerische Raumschiff mit einer Rakete zu treffen. Die Gravitation des Sterns zieht dabei sowohl die Raumschiffe als auch deren Geschosse an. Dadurch sind die Raumschiffe, auch ohne das Zutun eines Spielers, ständig in Bewegung.
Gewinner des Spiels ist man, wenn das gegnerische Raumschiff mit dem Stern kollidiert oder man es schafft das feindliche Raumschiff mit einer Rakete zu treffen. Leider konnte damals kaum jemand Spacewar spielen, da der PDP 1 extrem teuer war. Lediglich an einigen Universitäten war es möglich Spacewar zu zocken.

Die Geschichte des Gaming PC präsentiert Spacewar auf dem PDP 1
Picture: Spacewar running on PDP-1 – Joi Ito. Lizenz:  CC-BY-2.0
Picture: PDP-1 Computer - Matthew Hutchinson. Lizenz: CC-BY-2.0
Picture: PDP-1 Computer – Matthew Hutchinson. Lizenz: CC-BY-2.0

Gaming PCs erobern das Wohnzimmer

Atari 2600

Während es in den 1960er Jahren noch nicht sehr viele Fortschritte im Bereich der Gaming PCs gab, änderte sich das schlagartig Ende der 1970er Jahre. 1977 war die Geburtstunde des Atari 2600, dem Urvater der heutigen *Videospielkonsolen. Der Atari 2600 und seine Nachfolgemodelle waren der Traum jeden Teenagers in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Der Atari 2600 verfügt über einen  8-Bit MOS Technology 6507 Mikroprozessor und einen Grafikprozessor von Atari. Allerdings sind nur 128 Byte Ram Arbeitsspeicher verbaut, was selbst für damalige Verhältnisse relativ wenig war.
Charakteristisch für den Atari ist der extrem stylische Joystick als Controller. Zusätzlich gibt es Lichtpistolen, Joypads und Driving Controller mit Pedalen. Zu den bekanntesten Spielen, welche auf dem Atari gespielt werden können, zählen Starship, Space Invaders und natürlich Pac-Man. Hier werden einige Spiele für den Atari vorgestellt:

Ein für die Geschichte des Gaming PC wichtiges Jahr war das Jahr 1983. Am 15. Juli 1983 wurde das Nintendo Entertainment System vorgestellt. Nachdem zu Beginn der 1980er Jahre der Markt für Videospielkonsolen eingebrochen war und Atari kaum mehr Konsolen verkaufte, folgte mit der Einführung des Nintendo Entertainment Systems wieder ein regelrechter Boom der Videospielbranche. Das Nintendo Entertainment System verfügte wie der Atari über einen 8-Bit Mikroprozessor und einen PPU Ricoh Chip als Grafikprozessor.
Das Nintendo Entertainment System war mit über 61 Millionen verkauften Exemplaren langezeit die meistverkaufte *Videokonsole> überhaupt und Spiele wie Super Mario Bros oder Zelda zählen bis heute zu den bekanntesten Videogames der Welt.

Doch nicht nur Videospielkonsolen boomten in den 1980er Jahren, auch die Desktop Computer fanden ihren Einzug in die Zimmer junger Erwachsener und Teenager. Eines der dabei dominierenden Modelle war der IBM Personal Computer, der 1981 seinen Verkaufsstart hatte. Der IBM PC verfügt über einen 16-Bit 8088 Prozessor von Intel und ist mit 4,77 Megaherz getaktet. Diese Taktung ist im Vergleich zu heute verschwindend gering, wenn man bedenkt, dass die jetzigen CPUs über mehrere Kerne mit mindestens 3 Gigaherz Taktfrequenz verfügen. Auch der Arbeitsspeicher des IBM PCs war mit 16 oder 64 Kilobyte nach heutigen Maßstäben sehr, sehr klein. Der erste IBM PC hatte weiters auch noch keine eigene Festplatte, sondern verfügte über ein oder zwei 5,25″ Diskettenlaufwerke. Diese Diskettenlaufwerke wurden letztlich auch genutzt um den IBM PC als Gaming PC zu verwenden. Die PC Games für den IBM PC sind auf 5,25″ Disketten gespeichert und werden als PC Booter bezeichnet. Unter PC Booter versteht man PC Games die nach dem Starten des Gaming PCs einen Bootvorgang durchführen und das jeweilige Spiel auf einem unabhängigen Betriebssystem, welches auf der Diskette gespeichert ist, laden und ablaufen lassen. Die bekanntesten Spiele für den IBM PC sind wahrscheinlich  Alley Cat, Bruce Lee und Marble Madness.

Ein weiterer sehr populärer Gaming PC der 1980er Jahre war der Commodore 64. Der C64 ist im Vergleich zum IBM PC etwas schwächer und verfügt über einen 8-Bit 6510 Prozessor von Mos Technology. Die CPU arbeitet mit einer Takfrequenz von ca. 1 Megaherz und der Arbeitsspeicher ist 64 KB groß. Der C64 hat wie der IBM PC noch keine richtige Festplatte und alle Spiele müssen über Disketten geladen werden. Der Grafikchip des C64 ist von der Firma MOS Technologies und kann 16 Farben verarbeiten. Bekannte Spiele, welche auf dem C64 laufen, sind neben anderen frühe Versionen von Donkey Kong und Pac Man.

Die Geschichte des Gaming PC – MS-DOS wird zum Standard

MS-DOS (Microsoft Disk Operating System) wurde ursprünglich für den IBM PC entwickelt und wurde Ende der 1980er Jahre zum Standardbetriebssystem der Desktop Computer. Die Dominanz von MS-DOS wurde unter anderem dadurch ermöglicht, dass IBM die Grundkonstruktion seiner PCs offen legte und dadurch seinen Konkurrenten ermöglichte den IBM PC nachzubauen. Eines der bekanntesten Unternehmen, welches davon profitierte, war Compaq. Compaq stieg zu Beginn der 1990er Jahre mit der Presario-Reihe in den Massenmarkt für PCs ein und setzte als erster PC-Hersteller auch Prozessoren von AMD ein. Eines der bekanntesten Spiele zu Beginn der 1990er Jahre, welches auf MS-DOS lief, ist Wolfenstein 3D. Viele von euch erinnern sich sicher mit feuchten Augen an diesen ersten Egoshooter. Mit Windows 95, welches auch über MS-DOS verfügte, wurde Microsoft schließlich zum dominanten Hersteller von Betriebssystemen. MS-DOS ist bis einschließlich der Windows ME Version zentraler Bestandteil aller Windows Betriebssysteme. Die moderneren Betriebssysteme von Windows, wie zum Beispiel Windows XP, Windows 7 oder Windows 10, sind nur noch eingeschränkt mit MS-DOS kompatibel.
In den 1990er Jahren begannen PC Hersteller erstmals auch Festplatten und CD-ROM Laufwerke standardmäßig in Standcomputern zu verbauen – die Geschichte des Gaming PC nimmt ihren Lauf. Ab ungefähr dieser Zeit entwickelten sich die Gaming PCs dann nach dem Mooreschen Gesetz weiter und in der heutigen Zeit gibt es sogar schon Mini Gaming PCs.

Das Mooresche Gesetz

Die Geschichte des Gaming PC ab den 1990er Jahren kann relativ gut mit dem Mooreschen Gesetz beschrieben werden. Einfach ausgedrückt besagt das Mooresche Gesetz, dass sich die Stärke eines Gaming PCs ungefähr alle 1-2 Jahre verdoppelt, wobei die Kosten ungefähr gleich bleiben. Im Hinblick auf den Kauf eines neuen Gaming PCs sollte das Mooresche Gesetz daher immer berücksichtigt werden.